Schutz der Kunden hat Vorrang

3. Februar 2016


Schneeballsystem: in schlecht entwickelten Kapitalmärken mit unerfahrenen Anlegern, denen es an Finanzbildung mangelt, ist ein Schneeball-System leicht möglich. Finanzbetrug ist somit die Tür geöffnet, wie ca. 900.000 Investoren in Fernost leider erfahren mussten.

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Die ascent AG warnt vor Finanzbetrug mit illegalen Schneeballsystemen. Mit letzterem werden Pyramidensysteme bezeichnet, bei denen die Verdienstmöglichkeit für die Anwerbung von Neukunden und nicht für den Verkauf oder die Vermittlung von (Finanz-) Produkten im Vordergrund steht. Diese „Geschäftsmodelle“, die auf unendliches Wachstum unter allerdings endlichen Rahmenbedingungen setzen, benötigen zum Funktionieren eine ständig wachsende Anzahl an Teilnehmern. Die Ersteinleger erhalten letztlich die Gelder der Nachfolger, die wiederum neue Investoren finden müssen. Das Schneeball-System ist dem Untergang geweiht, wenn keine neuen Investitionen mehr stattfinden und die Pyramide zusammenbricht.

In rechtlich geregelten Kapitalmärkten hingegen ist dies bei staatlich überwachten Finanzprodukten wie z.B. Investmentfonds nicht möglich. Zudem dürfen diese Produkte, die z.B. in Aktien und Anleihen von renommierten Unternehmen investieren, nur von geprüften und zugelassenen Beratern vermittelt werden. In Deutschland achten die Industrie und Handelskammern sowie die Gewerbeaufsicht auf die Einhaltung der Regularien und Pflichten.

Finanzanlagenvermittler benötigen seit dem 1. Januar 2013 eine gewerberechtliche Erlaubnis für die Beratung zu bzw. die Vermittlung von Finanzanlagen nach § 34f der Gewerbeordnung (GewO). Zudem besteht eine Pflicht zur Eintragung in das Vermittlerregister für Finanzanlagenvermittler nach § 11a GewO unverzüglich nach Tätigkeitsaufnahme.

Die Erlaubnisvorschrift des § 34f Abs. 1 Satz 1 GewO lautet wie folgt: „Wer im Umfang der Bereichsausnahme des § 2 Absatz 6 Satz 1 Nummer 8 des Kreditwesengesetzes gewerbsmäßig zu 1. Anteilen oder Aktien an inländischen offenen Investmentvermögen, offenen EU Investmentvermögen oder ausländischen offenen Investmentvermögen, die nach dem Kapitalanlagegesetzbuch vertrieben werden dürfen, Anlagevermittlung im Sinne des § 1 Absatz 1a Nummer 1 des Kreditwesengesetzes oder Anlageberatung im Sinne des § 1 Absatz 1a Nummer 1a des Kreditwesengesetzes erbringen will (Finanzanlagenvermittler), bedarf der Erlaubnis der zuständigen Behörde.“

Die gewerbebezogenen Daten von Versicherungsvermittlern/-beratern und Finanzanlagenvermittlern sind im Internet einzusehen. Finanzanlagenvermittler mit einer Erlaubnis nach § 34f Gewerbeordnung müssen sich in einem von den Industrie- und Handelskammern (IHK) geführten Vermittlerregister registrieren lassen. Dabei wird auch der Umfang der Erlaubnis eingetragen. Dieser ist von den Finanzprodukten, die vermittelt werden, abhängig.

Die für die Erlaubniserteilung zuständige Stelle übermittelt der zuständigen Industrie- und Handelskammer (IHK) nach Eingang der Gewerbeanzeige die für die Eintragung erforderlichen Daten. Das Register soll die Überprüfung ermöglichen, ob ein Finanzanlagenvermittler zugelassen ist. Es sorgt so für Transparenz und stärkt den Verbraucherschutz.


 
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