Teil 2: Edelmetall Gold zur Diversifikation

8. Februar 2016

 

Das Edelmetall Gold korreliert nicht, oder nur in geringem Maße mit anderen Anlageformen (d.h. es verhält sich unabhängig), und eignet sich daher hervorragend zur Diversifikation einer Vermögensanlage. Gehen wir von einer bestehenden Anlage aus Aktien, Anleihen und Immobilien (in welcher Form auch immer) aus. Zum Zeitpunkt X wird das Portfolio durch das Edelmetall Gold ergänzt. Ab diesem Zeitpunkt wirkt die Goldanlage stabilisierend auf die Gesamtanlage. Wenn man sich klar gemacht hat, dass diese Betrachtung der Gesamtanlage entscheidend ist, wird deutlich, dass es völlig uninteressant ist, zu welchem Preis (Gold und sein Preis) man das Gold gekauft hat und ob der Goldpreis steigt oder fällt.

Stichwort Sicherheit. Gold unterscheidet sich in einem entscheidenden Punkt von allen anderen Anlageformen. Gold wird nie nichts wert sein. Gold hat einzigartige physikalische Eigenschaften, die es für die Schmuckindustrie unentbehrlich machen. Und: Gold ist selten und wird selten bleiben, da es eben nicht (wie z.B. auch Diamanten) künstlich hergestellt werden kann (um genau zu sein kann es nicht wirtschaftlich künstlich hergestellt werden, da es dazu kerntechnische Prozesse in einem Kernreaktor erfordert).

Die meisten Goldanleger sprechen auch nicht davon Gold eines bestimmten Wertes sondern soundso viele Gramm oder Unzen am Edelmetall Gold zu besitzen. Das zeigt auch, dass es eine ganz andere auch emotionale Einstellung zum Gold gibt, bei der der eigentliche (Geld) Wert in den Hintergrund rückt.

Wenn man sich trotz der obigen Ausführungen dem Goldpreis noch einmal nähern will, sollte man das von der Angebotsseite aus tun. Der derzeitige Goldpreis von zwischen 1050 $ und 1200 $ pro Unze liegt an oder bereits unter den Produktionskosten (All-In Sustaining Costs, AISC) der Minen, die je nach Gesellschaft zwischen ca. 900 $ und ca. 1100 $ pro Unze liegen. Die Frage stellt sich, ob der Preis überhaupt unter diese Werte fallen kann. Kurzfristig sicher, weil die Minengesellschaften, wie sie es zum Teil jetzt schon tun, nicht die Förderung in bestehenden Minen einstellen, sondern ihre Ausgaben für die Exploration neuer Lagerstätten und Minenentwicklung drastisch reduzieren, die ein Viertel bis über ein Drittel der AISC der Gesellschaften ausmachen können. Mittel- und langfristig hat das dann allerdings zur Folge, dass die Minengesellschaften ihr Produktionsniveau nicht halten können.

Bei länger anhaltenden Goldpreisen unter den Produktionskosten fällt damit nach und nach das Angebot der Minen aus und damit brechen bis zu zwei Drittel des derzeitigen Angebots weg. Man kann natürlich argumentieren, dass das einmal geförderte Gold nach wie vor vorhanden ist und die Nachfrage eben von diesem Gold bedient wird. Aber wer verkauft denn zu dem dann niedrigen Preis sein Gold? Man versilbert doch nicht seinen Schmuck (in dem ca. 70% des Goldes stecken) wenn der Goldpreis niedrig ist. Um den Goldpreis dauerhaft unter die Produktionskosten zu drücken müsste sich die grundsätzliche Einstellung zum Gold ändern und das ist in den letzten 5000 Jahren nie geschehen.

Wie aber kann man als Privatinvestor einen Bestand in Gold aufbauen? Dies erläutern wir Ihnen in Teil 3 unserer Serie:


 
Schließen
loading

Video wird geladen...