Neuerungen bei der Riester-Rente

Das Betriebsrentenstärkungsgesetz (BRSG) wird die Verbreitung der betrieblichen Altersversorgung vorantreiben. Dabei gibt es einige Neuerungen für die Altersvorsorge via „Riester“.

 

1. Grundsicherung

Die Einkünfte aus Riester-Renten werden bei der Berechnung der Grundsicherungsleistungen zukünftig nicht mehr voll hinzugezogen. Grundsicherungsempfänger erhalten einen Riester-Grundfreibetrag in Höhe von monatlich 100 Euro. Zudem ist der übersteigende Betrag zu 30 Prozent anrechnungsfrei, maximal aber bis zu einem Höchstbetrag von 50 Prozent der Regelbedarfsstufe 1 (aktuell 202 Euro). Bei 160 Euro monatlichen Riester-Bezügen wären somit 118 Euro anrechnungsfrei und 42 Euro würden bei der Berechnung der Grundsicherungsleistungen als Einkommen berücksichtigt. Riester hilft daher bei Altersarmut!

 

2. Kleinbetragsrentenabfindung

Ist der monatliche Rentenanspruch bei einem Riester-Vertrag sehr gering (in 2017 maximal 29,75 Euro), hat der Anbieter das Recht diesen Rentenanspruch mit einer Einmalzahlung zu Beginn der Auszahlungsphase abzufinden. Diese Einmalzahlung ist dann im Jahr der Auszahlung voll steuerpflichtig, soweit sie auf geförderten Beiträgen beruht. Ab dem Veranlagungszeitraum 2018 werden diese Einmalzahlungen mit der sogenannten Fünftelregelung ermäßigt besteuert – ein klarer zusätzlicher Steuervorteil durch Riester!

 

3. Erhöhung der Grundzulage

Per 01.01.2018 wird die Grundzulage von bisher 154 Euro auf 175 Euro erhöht. Die Kinderzulage bleibt hingegen gleich. Für ab 2008 geborene Kinder gibt es weiterhin 300 Euro und für davor geborene 185 Euro jährliche Zulage. Dies ist eine deutliche Erhöhung um knapp 14 Prozent. Für Geringverdiener entsteht eine merkliche Rendite, die aufgrund der Zulagen schon mit kleinen Eigenbeiträgen erzielt werden kann. Riester lohnt sich daher besonders für Geringverdiener!

 

4. Doppelverbeitragung

Das BRSG bringt eine Verbesserung für die Personen mit sich, die die Riester-Förderung mit ihrer betrieblichen Altersversorgung verknüpft haben. Für diese „betrieblichen Riester“ gilt, dass die Beiträge in die bAV aus dem Nettoeinkommen des Arbeitnehmers gezahlt werden, also Steuern und Sozialabgaben bereits abgezogen sind. Problem: Bislang waren diese Renten in der Auszahlungsphase GKV-beitragspflichtig, wodurch auf dasselbe Einkommen zwei Mal Krankenversicherungsbeiträge gezahlt wurden – die sogenannte Doppelverbeitragung. Dies wurde durch das BRSG in der Auszahlungsphase nun abgeschafft. Diese Regelung gilt für die meisten Arten von Betriebsrenten weiterhin nicht – Riester hat somit hier einen Vorteil!

 

5. Verfahrensverbesserungen

Soldaten, Beamte und andere Staatsdiener, die einen Riester-Vertrag haben, müssen einwilligen, dass die Besoldungsstelle ihre Besoldungsdaten an die ZfA übermittelt. Diese Einwilligung ist ab 2019 grundsätzlich im Beitragsjahr zu erteilen und nicht mehr wie bisher bis zu zwei Jahre nach Ablauf des Beitragsjahres. Wurde die Einwilligung vergessen, kann sie nachträglich, bis zum rechtskräftigen Abschluss des Festsetzungsverfahrens abgegeben werden. Dies habe den Vorteil, dass die fehlende Einwilligung früher bemerkt wird, der Fehler behoben werden kann und die Zulagenförderung nicht verloren geht. Die staatliche Förderung kommt somit sicher im Riestervertrag an!

Quelle: http://bit.ly/2w4qPu9

Alles über Riester

 


 
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